Mit dem Rucksack 3 Monate in Argentinien und Chile unterwegs
Autoren: Martin B. +
Kati F.
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292 KB]
29.12.04 – 3 Grad
Wecken 6.00 Uhr, Straßenbahnabfahrt 7.00 Uhr, ICE nach Frankfurt
8.00 Uhr – es geht los.
Schönes Gefühl mit mürrisch aussehenden Leuten früh in der
Straßenbahn zu sitzen – mit dem winzig kleinen Unterschied: die
müssen bei Dunkelheit, Kälte und fast Nieselregen auf Arbeit und
wir starten zu unserem „großen und längstem“ Urlaub.

Straßenbahnhaltestelle 29.12.2004, früh gegen 7
Uhr

Überfahrt zum
Frankfurter Flughafen


Flughafen Buenos Aires
30.12.04
Wir sind da: in Mendoza, bei Ralf + Henni und Schöli + Ina. Die
ganze Fliegerei war anstrengend, keine Frage, auch unbequem.
Aber wider Erwarten hat alles geklappt – keine Verspätungen,
keine Abzockerei, nix geklaut oder ins Gepäck geschmuggelt und
selbst die telefonisch bestellten Anschlusstickets nach Mendoza
lagen bereit.
Nun sitzen wir hier bei lässigen 35 Grad, haben Hallo gesagt und
müssen erstmal runterfahren. Auf argentinisch: entschleunigen.
Und dazu muss man sich als Deutscher schon etwas zwingen … :o)
Aber wir werden ja sehen was wir davon haben. Es kann also
losgehen.
Erstes Ereignis: die Waschpaste in Martins Deckelfach hat sich
verdünnisiert und nun ist er dabei den kompletten Inhalt
abzuwaschen. Es gibt also „dufte“ Fotos und ein schäumendes
Regencape.

Vorneujahresansprache vom Herrn Schöler
(Mendoza)


das nennt man ökologisch
email vom
03. Januar 2005 - Erste Meldung aus Argentinien
HOLA und noch ein gesundes NEUES JAHR nach Hause.
Wir sind
gut in Mendoza bei Ralf und Henni angekommen. Zugreise nach
Frankfurt, Weiterflug nach Madrid und Buenos Aires haben
reibungslos geklappt. Ebenso der Weiterflug nach Mendoza. Das
telefonisch bestellte Ticket lag bereit für Martin und Kati, so
sagte das Mädel hinterm Schalter. Also alles gaanz easy. Die
Fliegerei ist trotz alledem anstrengend und steckt uns immer
noch in den Knochen. Bis Buenos Aires waren es letztendlich 11
Stunden reine Flugzeit. Ralf haben wir von unterwegs angerufen
und unsere Ankunft angemeldet. Und vom Flughafen wurden wir mit
einem uralten 7er BMW von Louis (Vermieter von Ralf) und Ina
abgeholt. Hier empfingen uns lässige 30 Grad und überaus
freundliche Leute. Ansonsten ist noch nicht viel passiert, wir
sind in der Stadt rumgeschlumpert, saßen ewig in Cafes, haben
gestern unser erstes Asado verabreicht bekommen und Silvester
gefeiert. (Asado ist eine Großgrillerei in Familie, da wird
ca. 500g Fleisch pro Person eingeplant und das ganze über einem
Holzgrill zubereitet - lecker!) Gegen 24 Uhr sind wir auf die
Dachterrasse und haben uns das Feuerwerk angeschaut - ewig lang
hat es geknallt und gefunkelt und im Hintergrund die ersten
Ausläufer der Anden. Unsere Weiterfahrt nach Bariloche (ca.
600km südlich von Mendoza) klappt nicht ganz, es gibt keine
Plätze mehr in den Bussen, also umdisponiert und so geht es am
Montag früh um 6 Uhr erstmal nach Marguelle (oder so ähnlich) um
von dort aus weiter zu fahren. Nun dann - wir werden sehen.
Heute Abend wird wieder gegrillt :-)
Liebe Grüsse an ALLE und bis bald.
Kati
05.01.05 – San Rafael
Die Tage in Mendoza waren sehr schön. Wir sind in der Stadt
rumgeschlumpert, waren shoppen (am Sonntag im C&A und wir waren
fast die einzigen Käufer – grandios), haben Eis gegessen und
Asado gemacht (das meist erst ab 23.00 Uhr, da müssen wir uns
erst noch daran gewöhnen), haben lange in Cafés gesessen und
Leute beobachtet, viel erzählt, auf Busse gewartet und die
Seelen baumeln lassen.
Am Montag morgen 6.00 Uhr ging es mit dem Bus nach San Rafael,
die Tickets haben wir zwar bis nach Malargüe gekauft, die Stadt
schien aber für unser Weiterkommen in den Süden ungünstig zu
sein. Also sind wir eine Station eher ausgestiegen, natürlich
unter Gekicher der Busfahrer. Die Entscheidung hier auszusteigen
wurde weitestgehend im Pool im Haus von Gonzas Eltern (einem
Freund von Ralf) getroffen. Dort saßen wir einige Stunden und
haben es uns gut gehen lassen. Mit dem Ergebnis einige
Informationen über die Südrouten von der Familie zu bekommen.


bei Gonza in Mendoza
Von der Busstation in San Rafael sind wir zu unserer ersten
Wanderung gestartet, 6km bis zum Zeltplatz. Jedoch nicht ohne
uns vorher im Café am Plaza ordentlich zu stärken und erstmal
anzukommen. Das ist schließlich Pflicht. Man kann nicht einfach
weiterfahren oder –gehen, ohne vorher angekommen zu sein. Nun
wir haben die Wanderung alle überlebt, aber anstrengend war es
schon. Wir hoffen darauf, dass sich irgendwann ein
Trainingseffekt einstellt.

Heute haben wir Großes vor: wir fahren mit dem Bus an den nahe
gelegenen See „Valle Grande“ und schauen mal, welche
Extremsportart wir dort betreiben werden. Ach ja wir „müssen“
hier so lange bleiben, weil erst am 07.01. ein Bus frei war, der
weiter nach Neuquen fährt – alle Busse nach Bariloche, unser
eigentliches Ziel, sind ewig ausgebucht – auch in Argentinien
gibt es Ferien. Also wollen wir von Neuquen versuchen, weiter
zukommen. Mal sehen wie das klappt.
Ansonsten kann ich sagen, dass die Leute sehr freundlich sind,
aufgeschlossen und hilfsbereit (zum Beispiel dürfen wir unsere
Butter hier im Kühlschrank vom Zeltplatz-Minimarkt aufbewahren).
Mit der Sprache hapert es bei mir noch extrem, Martin ist da
schon weiter. Aber ich muss ja auch nicht, Ina ist unser
stattlich anerkannter Dolmetscher. Obwohl selbst mir auffällt,
dass die Menschen hier schon wieder anders sprechen, als in
Mendoza. Ach ja dort hat es geregnet und gestern wollte es
regnen, klappte nicht ganz richtig, dafür gab es ringsherum
Horizont füllende Blitze. Chic!
email vom
07. Januar 2005 - San Rafael - geschätzte 32 Grad und dezent
bewölkt
Wir sind wieder in San Rafael und werden gegen 22 Uhr mit
dem Bus weiter nach Neuquen fahren. Dort hoffen wir einen Bus
nach Bariloche oder lieber San Martin de Andes zu bekommen. Also
kann man überhaupt nicht planen und alles bleibt offen. Wenn der
Bus nach A eben voll ist oder erst in vier Tagen fährt muss man
eben erst nach B fahren. So sieht's aus und ist bis jetzt noch
nicht schlimm (die zwei preußischen Gemüter verhalten sich
ruhig). Allabendlich wird der König für den nächsten Tag bei einem zünftigen Doppelkopfmatch
ausgespielt ("Werner 4" lässt grüssen) und das ist auch gut so. Da
wir von Unentschlossenheit und Entscheidungsunmut umzingelt
sind, gibt es eben den König, der letztendlich an dem Tag das
Sagen hat. Zur Meuterei ist es noch nicht gekommen ... aber wer
weiß. Und Entscheidungen treffen, wenn der 16-Uhr-Bus nun doch
nicht kommt und wir zwei Stunden auf den nächsten warten dürfen,
ist sehr wichtig. Ansonsten haben wir alle unseren ersten
Sonnenbrand und mehrere Asados weg, der erste hat die leicht
abführende Wirkung des Nationalgetränks Mate gespürt,
festgestellt dass die Argentinier sehr freundlich, hilfsbereit
und aufgeschlossen sind. Unser Spanisch hängt zwar immer noch
schwer, aber doch einige können englisch und wir uns somit mit
ihnen verständigen ... Es ist fast ausgeschlossen, dass man in
einem Cafe sitzt und nicht angesprochen wird (man kann auch im
Park auf einer Bank sitzen und auf den Bus warten). So das war's kurz von uns, bis bald.
Martin & Kati
07.01.05 Wir sitzen jetzt wieder am Bus-Terminal in San Rafael in dem
Café, in dem wir auch am Montag gesessen haben. Die 5 Tage
Wartezeit in San Rafael, die uns am Montag noch sooo lang
vorgekommen sind, sind ruck zuck vorbei.
Die erwähnte Fahrt zum „Valle Grande“ erwies sich als
Volltreffer. Nur 30km westlich von San Rafael kamen wir in die
Ausläufer der Anden und fuhren durch ein schickes Flusstal. Die
Fahrt endete an einem Stausee inmitten hohen, Sonnen
beschienenen Felsen. An dem See konnte man sich diversen
sportlichen Zeitvertreib hingeben (paddeln, Wasserski, Rafting…).
Wir haben es aber vorgezogen, uns am in der Kneipe am See
niederzulassen. Da war es total geil. Blick aufs Wasser und
Berge untermauert von U2 und Bob Marley. Martin war eine halbe
Stunde schwimmen und kam ziemlich fertig zurück. War es die
Kondition oder die Höhenluft (870m)? Schon auf der Fahrt zum See haben wir einige viel schönere
Zeltplätze als unseren bei San Rafael gesehen. Schön grün,
Flusslage und Berge. Deshalb beschloss die Reisegruppe die
letzte Nacht in San Rafael auf einem Zeltplatz in der Nähe des
Stausees zu verbringen.
Offensichtlich fanden diesen Zeltplatz auch viele anderen
Menschen schön. Deshalb mussten wir uns die schöne Natur mit
viel Lärm und einen Haufen Leuten erkaufen. Nun ja war ja nur
für eine Nacht.


Staumauer vom "Valle Grande"




Warten auf dem Bus zurück nach San Rafael

Noch ein Wort zu Land und Leute: Die Freundlichkeit der Menschen
ist überwältigend. Viele verbinden Deutschland mit Fußball und
dem 2. Weltkrieg. Das ist ein ziemlich zweifelhafter Ruhm. Im
Vergleich zum Süden Europas können viele Jugendliche englisch.
Und so gab es schon einiges an Konversation mit den
Einheimischen.
Ein Wort zum Verkehr: ein Viertel der Autos
ist neu, ein Viertel gut gebraucht, der Rest: Wracks! Bei den Gebrauchten und
den Wracks sind oft die Auspuffanlagen kaputt. Richtig kaputt.
Hier ist ein Krawall auf den Straßen, da würde jeder deutsche
Polizist tot umfallen.
Gefahren wird sehr „tranqillo“, alle fahren kreuz und quer.
Scheinbar aber sehr relaxed. Wir haben noch keinen Unfall
gesehen. Die Verkehrsdichte ist aber auch relativ gering. Nach
kurzer Zeit hat man sich als Fußgänger eingewöhnt. Ampeln werden
generell ignoriert, man läuft los, wenn kein Auto im umkreis von
50cm zu sehen ist.
Na mal sehen wie es weitergeht.
08.01.05 Neuquen
Wir sind die ganze Nacht durchgefahren und haben nicht besonders
gut geschlafen. Ankunft in Neuquen: 7.30 Uhr. Schöli bucht
gleich eine Weiterfahrt nach San Martin de los Andes für den
nächsten Tag. Diesmal sind noch genügend Plätze verfügbar.
Als nächstes suchen wir ein Café, um zu frühstücken und das
weitere Vorgehen zu besprechen. Wir mieten uns in einem kleinen
Hotel (50 Peso DZ ohne Fenster damit mit Dusche) ein und suchen
eine Wäscherei für unsere Dreckwäsche.
Im Laufe des Tages waren wir einkaufen, Kati hat sich von einem
Starfriseur für 18 Peso von ihren langen Haaren befreien lassen,
wir sitzen in Cafés rum und trinken abends Cocktails und
Martinis und Bier bevor wir ins Bett gehen.
Alles in allem ein netter Zwischenstopp.
09.01.05
Weiterfahrt nach San Martin de los Andes. Früh um 8.00 Uhr fährt
der Bus los und wir sind alle noch etwas müde vom letzten
Abendprogramm.
Die Fahrt geht anfangs durch Pampa - bis zum Horizont kahle,
verdorrte Steppe. Hier möchte ich nicht mit dem Motorrad
unterwegs sein.
Während der Fahrt wird Martin auf den Beifahrersitz des
Busfahrers eingeladen. Da gibt es ein paar Töpfe Mate zu trinken
und der Busfahrer und der Reisebegleiter fragen bei ein paar
Zigaretten (obwohl im Bus Rauchverbot ist!) nach dem woher und
wohin. Echt relaxed die Leute hier.
Nach 6,5 Stunden sind wir angekommen. Auf der Fahrt haben wir bereits
die schneebedeckte Spitze des Vulkans Lanin gesehen, umgeben von
Grün und weiteren Bergen – eine wunderschöne Landschaft. Auch
die ersten Kuhherden und Gauchos kreuzten unseren Weg. In San
Martin wurde das erste Café okkupiert, Kaffee und Milchshakes
getrunken und Pläne geschmiedet. Diese werden mehr als einmal
über den Haufen geworfen, nachdem mal wieder eine Negativ-Info
vom Busterminal kommt. Letztendlich kommt heraus, dass wir
gleich in Junin de los Andes hätten aussteigen können, um an den
See Huechulafquen zu kommen und das eine Weiterfahrt nach
Valdivia erst am 18. möglich ist. Später stellte sich heraus,
dass täglich zu verschiedenen Uhrzeiten auch ein Bus nach
Bariloche fährt und von dort denken wir eine Weiterfahrt nach
Chile (Chiloe) einfach sein dürfte. Gesagt – getan. An den Lago
noch für ein Stündchen gelegt, mit dem 18.00 Uhr-Bus wieder
zurück nach Junin gefahren, kurz bei einem open-air-Konzert im
Park vorbeigeschaut, Zeltplatz angesteuert, Cracker mit
Wurstpaste zum Abendbrot und nen Whiskey dazu und dann ab ins
Bett.

Busbahnhof in Junin de los Andes
14.01.05 Zeitchen ist vergangen, die ersten Hautfetzen pellen sich ab,
die Rucksäcke und alles andere haben die patagonischen Winde
kennen gelernt und den Staub dazu, wir haben wunderschöne
Landschaften genossen und erste kleine Abendteuer inklusive
dezenten Strapazen erfahren. Aber eins nach dem anderen.
Vom Busterminal in Junin ging es mit einem Kleinbus, auf dessen
Dach die Rucksäcke verzurrt wurden in den Nationalpark Lanin zum
Camp Bahia Dos (Strand Zwei). Dort erwartete uns grandiose
Landschaft: der See Huechulafquen, schneebedeckte Berge,
grasbewachsene Hügel, in deren Nischen sich gleich kleiner
Hobbithöhlen Camper ein Plätzchen eingerichtet haben,
Gänsefamilien, die über die Wiese watschelten, Pferde, die am
Hügel freilaufend grasten, Ruhe und Stille und einfach nur
schön. Das Ganze für 4 Pesos die Nacht
für alle vier von uns – das heißt 1 Euro! Abends wurde Holz
gesammelt, ein Feuerchen angeknistert, Wein getrunken und sich
gefreut. Schöner kann es in Schweden nicht sein, eher noch
besser, denn es gab keine einzige Mücke. Die Tage vergingen mit
faulenzen, in der Sonne rumliegen, die Jungs haben einen Tag
lang den Fischen Brot auf den Kopf geworfen (ohne Erfolg, aber
sie waren dabei nicht die Einzigen), eine Zwei-Stunden-Wanderung
zum ursprünglichen Ziel Vulkan Lanin wurde abgebrochen, weil das
Ziel nicht in Sichtweite kam, aber auf der Hinfahrt aus unserem
völlig verstaubten Kleinbus ständig gesehen haben. Übrigens
trank der Fahrer die ganze Zeit mit noch zwei Kumpels Mate,
rauchte und jagte wie eine Wildsau über die Schotterpiste (ca.
40km).

der Kleinbus und der Fahrer


Vulkan Lanin
Eines Abends, Schöli und Ina waren schon im Bett, unser
Feuerchen glühte noch etwas vor sich hin, klangen aus der Nähe
liebliche Gesänge an unser Ohr. Ein Blick, ein Nicken und Martin
und Kati schnappten sich ein paar Getränke und schwupps saßen
wir inmitten einer Gruppe junger Argentinier um ein Feuer. Nach
der obligatorischen Frage wo wir herkommen, gabs vom Obermusikus
ein großes Hallo und er begrüßte uns mit einem klassischen
Gesangsstück von Brahms auf Deutsch. Es war unglaublich schön,
diese Freundlichkeit, kaum dass wir am Feuer waren, wurde Platz
gemacht, uns eine Isomatte unter den Hintern geschoben und dann
wurde gesungen und gespielt und es war noch so schön. Angeblich
waren es drei Freunde, die ab und zu Musik machen, aber wer
schleppt zum zelten schon eine Klarinette, eine Gitarre, etwas
Banjoähnliches und dreistimmigen Gesang mit? Martin durfte auch
etwas darbieten und wir kamen aus dem Grinsen nicht mehr raus.
Gute Entscheidung, sich zu später Stunde noch einmal zu bewegen
und nicht nur, um ins Bett zu gehen.

Huechulafquen - der See, der wie ein
Hirschgeweih aussieht







Die Abreise vom See gestaltete sich etwas schwierig. Wir haben
uns entschlossen nach Junin zu trampen. Da auf der Piste genug
Autos unterwegs sind, sollte das alles kein Problem sein.
Nachdem wir eine Stunde am Zeltplatzausgang gewartet haben und
keiner angehalten hat, sind wir erstmal in Richtung Junin
losgegangen. Am Ende sind wir 6 km bergauf und –ab gestiefelt
und das Ganze bei 35 Grad und Sonne auf dem Kopf. Per pedes nach
Junin zu kommen, war ziemlich aussichtslos… Obwohl viele Autos
unterwegs waren, die auch Platz hatten, hat keiner angehalten
Das passte irgendwie nicht zu dem Bild, welches wir von den
hilfsbereiten Argentiniern hatten. Nach 5 Stunden und allen
möglichen Anhaltemanövern (nur die Mädels, nur die Jungs, mit
Sonnenbrille und ohne, ja selbst mit Geldscheinen winkend) hielt
dann doch einer an. Kam aus noch aus der falschen Richtung. Es
war eine Familie aus Buenos Aires, die Beiden waren
UN-Mitarbeiter und konnten sehr gut englisch.
Sie haben uns dann erzählt, dass trampen in
einer so verlassenen Gegend ziemlich sinnlos
sei, weil die Leute Angst haben, Tramper
mitzunehmen. Naja wieder um eine Erfahrung
reicher.
Am Abend sind wir in Junin noch in die Kneipe
gegangen und haben Beef de Choriza (ein
Riesenhaufen Fleisch mit viel Fett) gegessen.
Ohne dem Fett schmeckt es sehr gut.

Wir gehen erstmal los ...

Auto-Anhalte-Punkt

unsere Retter
Am nächsten Tag sind wir von Junin nach
Bariloche gefahren. Die Überfahrt war mit einem
Kleinbus (ca. 20 Plätze). Die Karre war ziemlich
laut und eng. Als wir in Bariloche angekommen
sind, haben wir gleich eine Weiterfahrt nach
Puerto Montt (Chile) in zwei Tagen gebucht. In
Bariloche haben wir uns ein Hotel genommen (DZ
70 Peso), nicht gerade günstig, dafür aber
sauber und schön.
Bariloche wird im Reiseführer als touristisch
überlaufen und anstrengend beschrieben. So
schlimm empfanden wir es aber nicht. Klar, es
gibt eine Menge Menschen (es sind auch noch
Ferien), Einkaufsstraßen, bunte Lichter und
relativ teure Restaurants. Aber wir haben das
als nettes Kontrastprogramm zu unserem
bisherigen Urlaub angesehen.
Nach anderthalb Tagen in Bariloche sind wir nach
Puerto Montt gefahren. Der Grenzübertritt war
etwas beschwerlich, aber unser „Schaffner“ des
Busses hat alles schön gemanagt.

Busbahnhof in Junin de los Andes

Busbahnhof in Bariloche

In Puerto Montt empfing uns am Busbahnhof
deutsche Blasmusik ähnlich „Alte Kameraden“ und
„Rosamunde“. Unser erster Eindruck von Chile:
viel grüner und durchaus europäisch (wenn nicht
ab und zu ein Vulkan rum steht) und auch
verlotterter als Argentinien. Die Häuser sind
alle ziemlich schlecht gepflegt, dafür bunt
angemalt. Wir haben das Gefühl, das Südamerika
gefunden zu haben, das wir uns vor der Reise
vorgestellt hatten.

Puerto Montt

Überfahrt nach Chiloe
Von Puerto Montt sind wir gleich weiter nach
Ancud auf die Insel Chiloe. An Ancud haben wir
uns einen Zeltplatz am Meer genommen und uns
erst mal mit Pisco und Cola und Doppelkopf von
der Busfahrerei erholt. Auf diesem Zeltplatz
sind wir auch fünf Tage geblieben. Wir waren
sehr gut Fisch essen, haben eine Pinguinkolonie
besichtigt und einfach nur relaxed. Und mit dem
Wetter hatten wir bisher sehr viel Glück. Auf
Chiloe soll es 350 Tage im Jahr regnen. Wir
hatten jedoch mehr als nur diese fünf Tage
Sonnenschein.
Meine Schuhe lösen sich langsam in seine
einzelnen Bestandteile auf. Es wird von Tag zu
Tag schlimmer. Leider war die Auswahl in
Bariloche zwar groß, aber auch von schlechter
Qualität. Und hier auf Chiloe sieht es eher
trübe aus. Deshalb ging es heute zum Schuster
und der hat viel Leim zwischen Sohle und Leder
geklebt. Na mal sehen. Und eingekauft haben wir
auch: ein Messer für Martin, ein Messer für
Schöli und ein Messer für Kati. Es braucht zwar
keiner eins, aber die sind schick und billig.

Busbahnhof in Ancud


auch die Kocher und Socken brauchen mal eine
Generalüberholung




vor der Insel läuft ein Mann mit Hund (nur zur
Orientierung)

die Pinguininseln


Startklar





feiern mit den Zeltplatz-Nachbarinnen


Muscheln - aha ... naja

wer´s mag
22.01.05 Cucao
Von Ancud ging es mit dem Bus nach Castro, die
Hauptstadt von Chiloe. Naja es war ziemlich
gruselig, dreckig, lotterig und am Busbahnhof
tummelten sich allerhand dubiose und zahnlose
Gestalten – schnell weg hier! Eine Stunde später
fuhr auch gleich ein Bus nach Cucao (Westseite
von Chiloe), hier hatten wir eine Adresse von
einem schönen Hostal, die auch Pferdeausritte
anbieten.
Aber als der Bus anhielt und verkündete, dass
wir in Cucao sind, sah es alles andere als
heimelig aus. Völlig verdreckte Rucksäcke vom
Dach des Busses, kalt und windig – hier schien
der Hund begraben zu sein. Trostlose Stimmung
und Ratlosigkeit machten sich breit.

Aber kurz darauf fanden wir „El Foron de Cucao“,
ein schönes Plätzchen am See mit Hütten,
Zeltplatz und Restaurant. Den Abend verbrachten
wir auch gleich dort. Das Brot vom lomo war
schimmelig, dafür gabs eine fette Entschuldigung
und das Ganze noch mal mit Kartoffeln und
umsonst! Als wir schon fast gehen wollten, nahm
der Koch die Gitarre und der Reitlehrer der
Querflöte und musizierten für sechs Gäste. Da
blieben wir noch ein Weilchen, tranken Pisco
Sour, lauschten und freuten uns und Martin
durfte auch wieder spielen. Ach so schön wars.


Am Morgen regnete es wie es sich für Chiloe
gehört, also wurde im Restaurant gefrühstückt,
der Pferdeausritt klargemacht und die erste
Aufregung setzte ein. Außer Martin hatten alle
keine Ahnung von Pferden, geschweige denn vom
reiten. Die Reitlehrerin ist Französin, erklärte
uns alles aber schön in englisch. Und dann ging
es los, erst Schotterstraße, dann Feldweg,
kleine Flussdurchquerungen und mit eng am Felsen
vorbei durch kniehohes, für die Pferde, Wasser
vom See, Richtung Meer und über Dünen. Es
dauerte so einige Zeit bis ich zu meinem Pferd
Vertrauen hatte und dann klappte es auch
einigermaßen mit rechts, links, Gas und Bremse.
Nach drei Stunden, Regen und Sonne, Stock und
Stein war es vorbei und die ersten Schritte nach
dem Absitzen waren ganz eigenartig. Ich glaube
zwar nicht, dass ich ein berühmter Cowboy werde,
aber vielleicht reite ich mal wieder. Martin
dagegen war schwer begeistert, er ist sogar am
Strand galoppiert. Meine kleine Orange konnte
sich nur zu drei vier Galoppsprüngen bewegen
lassen, aber das war mir auch ganz recht so.

erstes Kennenlernen

meine kleine Orange (Naranja)

ein bisschen schief das Ganze +
Flussdurchquerung

am Pazifik, aber das stört Naranja gar nicht,
die frisst lieber


Nach dem Ritt gab es Kaffee und Kuchen de
Manzana con Streusel! Zu deutsch Kuchen vom
Apfel mit Streusel. Lecker und von einer
Freiburgerin gebacken, die seit 11 Jahren hier
lebt und das Café erst vor sechs Tagen wieder
eröffnet hat. Alle außer Schöli hatten dezente
Probleme beim Sitzen, aber alles in allem war es
sehr schön. Abends gabs frische Empanadas und
ein kleines Verreckerfeuer und die Feststellung,
dass wir uns noch nicht voneinander trenne
wollen und so noch ein paar Tage Richtung Süden
zusammen trecken werden.
Heute wollen wir mit dem Bus wieder nach Castro
(huijuijui), von dort weiter in den Süden von
Chiloe nach Quellon und dort mit einer Fähre
nach Chaiten aufs Festland. So ist erstmal der
Plan, ob und wie das alles klappt, werden wir
sehen.
Auf jeden Fall hat Chiloe seinen eigenen, ganz
besonderen Charme, wahrscheinlich gerade wegen
des unberechenbaren Wetters.



das ist übrigens Rhabarber



email: 15. Januar 2005 - San Charlos de Bariloche - leicht bewölkt, ca. 26 Grad
Ein Zeitchen ist vergangen, die ersten Hautfetzen pellen
sich ab, die Rucksäcke und alles andere haben die patagonischen
Winde und seinen Staub kennen gelernt, wir haben wunderschöne
Landschaft genossen und erste kleine Abenteuer incl. dezenten
Strapazen erfahren. Aber eins nach dem anderen. Vom Busterminal
in Junin de los Andes ging es mit einem Kleinbus, auf dessen
Dach die Rucksäcke verzurrt wurden in den Nationalpark Lanin zum
Camp Bahia Dos. Dort erwartete uns grandiose Landschaft: der See
Huechulafquen, schneebedeckte Berge im Hintergrund,
grasbewachsene Hügel, in deren Nischen sich gleich kleinem
Hobbithöhlen, Camper ein Plätzchen eingerichtet haben, eine
Gänsefamilie, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun hatte,
außer die Wiese hoch und runter zu watscheln, Pferde die an den
Hügeln freilaufend grasten, Ruhe + Stille und einfach nur
schön... und das Ganze für 4 Pesos, d.h. 1 Euro pro Nacht!
Abend wurde Holz gesammelt, ein Feuerchen angezündet, Wein
getrunken und sich gefreut. Schöner kann es in Schweden nicht
sein Bert! Eher noch besser, denn hier gibt es keine Mücken! Die
Tage vergingen mit faulenzen, in der Sonne rumsielen, die Jungs
haben einen Tag lang den Fischen Brot auf den Kopf geworfen
(ohne Erfolg, aber sie waren dabei nicht die Einzigen), eine
zweistündige Wanderung zum ursprünglichen Ziel Vulkan Lanin
wurde abgebrochen wegen Unmut und weil das Ziel nicht in
Sichtweite kam (gesehen hatten wir ihn ja schon auf der
Hinreise). Eines Abends, Ina und Martin waren schon im Bett,
unsere Feuerchen glühten noch etwas vor sich hin, klangen aus
der Nähe liebliche Gesänge an unser Ohr. Ein Blick, ein Nicken
und schwupps saßen wir inmitten ein paar junger Argentinier am
Feuer. Nach der obligatorischen Frage wo wir herkommen, gab's
vom Obermusikus ein großes Hallo und er begrüßte uns mit einem
klassischen Gesangsstück von Brahms in deutsch. Es war
unglaublich schön, diese Freundlichkeit, kaum dass wir am Feuer
waren, wurde Platz gemacht und uns eine Isomatte unter den
Hintern geschoben und dann wurde gesungen und gespielt und es
war noch so schön. Angeblich waren es drei Freunde, die ab und
zu mal Musik machen - aber mal ehrlich - wer schleppt zum zelten
schon eine Klarinette, eine Gitarre, etwas Banjoähnliches und
dreistimmigen Gesang mit?
Mittlerweile sitzen wir frisch geduscht und gebügelt wieder
in der Zivilisation, haben uns die Bäuche voll geschlagen
(abnehmen wird wohl von uns keiner) und werden dann das
Städtchen erkunden. Morgen früh geht ein Bus in Richtung Chile
(Puerto Montt), wird wohl 9 Stunden dauern, aber die Busse hier
sind gut (mit Toilette und Essen und Klimaanlage). Von dort
werden wir sehen, dass wir auf die Insel Chiloe kommen und
vielleicht treffen wir dort Kathrin und Jan, wenn sie nicht
schon wieder weiter sind.
Liebe Grüsse an alle (bitte die Omis
und Opis nicht vergessen!), danke auch für die lieben Wünsche
für dieses Jahr und unsere Reise. Bis bald, hasta luego
martin & kati
24.01.05 Chaiten
Der Plan mit der Fähre ist aufgegangen. Wir sind aber nicht von
Quellon sondern direkt von Castro aus nach Chaiten gefahren.
Dieser Hinweis stand in Schölis Reiseführer (Lonely Planet). Die
Fähre sollte am folgenden Tag fahren, also mussten wir noch eine
Nacht in dem „wunderschönen“ Castro verbringen. Da das Wetter
nicht besonders toll war, haben wir uns eine Hospedaje gebucht.
Nachdem wir einige Hostals abgeklappert haben, fanden wir eine,
die recht gemütlich aussah. Schnell die Rucksäcke abgeworfen und
ein Restaurant gesucht. An diesem Tag zeigte sich Castro viel
freundlicher als beim letzten Mal aber der Eindruck, den die
Besoffenen und Zerlumpten hinterlassen hatten, blieb. Nach einem
Fischessen (der Tischnachbar hat sich über unsere Raucherei
aufgeregt, die Bedienung war dusselig und hat sich verrechnet)
haben wir die Kneipe gewechselt und sind nach einigen Cocktails
ins Bett. Am nächsten Morgen gegen 12 Uhr sind wir ziemlich
unfreundlich aus dem Haus geworfen worden, wir hatten leider
auch nicht nach der Abreisezeit gefragt. Mit dem versprochenen
gemütlichen Frühstück in der hauseigenen Küche wurde also nix.
Also sind wir in eine Kneipe gegangen und haben dort gegessen
(war gar nicht leicht eine am Sonntag-Mittag zu finden, die
offen hatte!). Da die Fähre erst 16.30 Uhr losfahren sollte,
hatten wir noch etwas Zeit, durch die Stadt zu schlumpern. Dort
wurden wir wieder aggressiv von besoffenen Pennern angebettelt.
Also nach wie vor: nichts wie weg hier. Castro hat wenig
positive Eindrücke hinterlassen.
Die Fähre legte mit 1,5 Stunden Verspätung ab und wir haben uns
erstmal ein paar Plätze zum rumsielen gesucht. Bis auf die
ziemlich dolle Schaukelei verlief die Überfahrt unspektakulär.
Gegen 23.30 Uhr kamen wir in Chaiten an und es regnete wie aus
Eimern. Die Hostalsuche war unkompliziert, denn wir wurden
direkt am Hafen von einer Hostalbesitzerin und ihrer Tochter
umlagert, die uns in höchsten Tönen ihr Haus anpries.
So war auch diese Nacht unterkunftstechnisch geklärt. Bevor wir
ins Bett sind haben wir noch mit einigen anderen Backpackern
einige Piscola (nichts schlimmes, nur Pisco und Cola) getrunken
und geschnattert.
Gerade eben haben wir den Plan für die nächsten Tage gemacht.
Heute wollen wir noch zu einer Thermalquelle fahren und Tage
später weiter nach Coihaique.

warten auf die Fähre


27.01.05 Coihaique
Erstens: wir waren in den Thermen und wir sind auch nach
Coihaique gekommen. Soweit zur Planung. Vorweg: die Geschichte
mit „Thermas Amarillos“ war schön. Die Thermen werden in drei
kleinere Swimmingpools umgeleitet, die ca. 50 Grad
Wassertemperatur hatten. Wir sind mit einem Bus dorthin gefahren
und haben die Zelte auf überdachten Pavillons aufgebaut. Danach
erstmal die Thermen getestet und abgechillt. Am Abend gabs noch
ein kleines Feuerchen und um Mitternacht sind wir noch mal in
den Pool. War schon ziemlich cool, so mit Wein und Bier im
warmen Wasser unterm Sternenhimmel. Leider haben wir in der
Nacht sehr gefroren, obwohl es nicht so kalt war. Lag aber an
den zunächst praktisch erscheinenden Pavillons. Diese standen
auf Füßen und unter dem „Fußboden“ zog demzufolge in der Nacht
die kühle Luft hindurch. So hatte das Zelt keine Chance sich
aufzuwärmen und die Thermarest konnte auch nicht alles
isolieren. Nun ja soweit zum angepriesenen Reiseführertipp. Aber
schön wars trotzdem dort.



Die Thermen sind in der Nacht und ...

... tagsüber benutzbar :o) Am nächsten Tag sind wir wieder nach Chaiten gefahren und haben
uns in einem Hostal einquartiert. Am übernächsten Tag sollte es
in Richtung Coihaique gehen.
Die Reise führte über die „Carretera Austral“. Diese Straße
wurde unter dem Pinochet-Regime gebaut und stellt die einzige
Nord-Süd-Verbindung in Südchile dar. Zum großen Teil ist die
Straße eine Schotterpiste von allermiesester Qualität.
Kindskopfgroße Steine und endlose Serpentinen hoch und runter.
Mit einem normalen Pkw hat man es da ganz schön schwer. Aber
hier fahren auch Leute mit dem Fahrrad lang, ganz so zum Spaß.
Wie dem auch sei, wir sind mit einem Mercedes Sprinter gefahren.
Der Bus war voll besetzt und die Fahrt dauerte 11 Stunden. Es
war polterig, staubig und laut. Am Ende kamen wir aber doch an
und wir haben uns in Coihaique eine Bleibe gesucht. Es wurde ein
Appartement zum Preis eines Hostalzimmers. Da sagt man doch
nicht nein. Wir spielten bis 2.30 Uhr Karten und tranken unsere
Vorräte leer. Am nächsten Tage haben sich alle Kinder schön
ausgeschlafen, gefrühstückt und sich kultiviert. Danach haben
wir die Überfahrt nach Puerto Ingenieuro Ibanez, Chile Chico und
Los Antigos (Argentinien) klargemacht. Lief alles problemlos,
bis auf das der Fahrer unseres Busses den Abfahrtstermin von 14
Uhr auf 9 Uhr früh vorverlegt hat. Dammich! Wieder nix mit
ausschlafen.


die Carretera Austral




in Coihaique

email:
28. Januar 2005 - Wir sind vor ca. 2 Wochen von Argentinien
über die Grenze auf die Insel Chiloe gefahren.
Hola Kinders, viele Grüsse aus Chile (nach Frau Honecker
sind wir schon gefragt worden). Wir sind vor ca. 2 Wochen von
Argentinien über die Grenze auf die Insel Chiloe gefahren. Die
Landschaft ist im Vergleich zu Argentinien eher wie bei uns
(alles viel grüner), wenn nicht ab und an die Anden und ein paar
Vulkane in der Gegend rum stehen würden. Weitere Unterschiede zu
Argentinien: es regnet häufiger, alles ist teurer, der Wein
schmeckt besser (es gibt hier auch einen leckeren Schnaps "Pisco"),
es gibt sehr leckeren Fisch und die Menschen sind fast so
hektisch wie in Deutschland. Auf Chiloe haben wir dann schön
geurlaubt (Pinguinkolonien besuchen, Pferdereiten am
Pazifikstrand - Galopp, fast besser als Motorradfahren) bis uns
das einsetzende schlechte Wetter wieder auf das Festland
vertrieben hat. Dort haben wir in einer Therme gecampt (nachts
um 12 mit einer Flasche Bier in 40 Grad warmen Wasser unterm
Sternenhimmel... grins...). Danach ging's weiter auf der
Carretera Austral (die einzige Nord - Süd Verbindung im Süden
Chiles) weiter in den Süden. Diese Strasse ist eine üble
Schotterpiste und wir sind mit einem Mercedes Sprinter 11h lang
durchgeschüttelt worden. Mit dem Motorrad wäre das zumindest
anspruchsvoll gewesen und mit einem normalen PKW kaum schaffbar.
Morgen geht es weiter in Richtung Süden. Das Ziel ist ein
riesiger Gletscher in einem Nationalpark. Danach wollen wir
wieder nach oben, da das Wetter hier mittlerweile auch nicht
mehr so sommerlich ist (15 - 20 Grad, häufig Regen). Ansonsten
ist alles schön. Unsere kleine Reisegruppe verträgt sich gut und
alle sind gesund. Wir spielen viel Doppelkopf oder üben uns im
Feuermachen und spanisch sprechen. Das war's erst mal. Na dann
bis zum nächsten mal.
Seid alle lieb und ärgert euch nicht :o)
Kati + Martin
30.01.05 El Calafate
Dementsprechend muffelig versammelte sich die Mannschaft im
Vorraum des Hotels und wartete auf den Minibus, der dann auch
fast pünktlich (9.20 Uhr) kam. Noch ne dreiviertel Stunde andere
Mitreisende eingesammelt, bis der Bus voll war und dann ab nach
Ibanez. Dort wartete auch schon die Fähre, die gegen 13 Uhr
ablegen sollte. Nur leider wollte uns keiner von den Fährleuten
verstehen und unsere Tickets umtauschen (die waren nämlich erst
für den morgigen Tag ausgestellt, aber unser Minibusfahrer sagte
uns, dass es kein Problem wäre diese umzutauschen) oder
wenigstens irgendwas zu unserer Beruhigung sagen. In aller
Seelenruhe wurden Lkws mit Pferden verladen, gewartet und
geguckt. Und dann plötzlich ging es doch los und wir durften
mit. Die Überfahrt nach Chile Chico dauerte 2,5 Stunden und wäre
grandios wegen der Landschaft ringsum gewesen, wenn es nicht so
gewindet und gestürmt hätte.

warten in Puerto Ingenieuro Ibanez

 Auf dem Lago Buenos Aires gab es sogar richtige Wellen, so dass
die Fähre ganz schön ins schaukeln kam. Nachdem wir in Chile
Chico angekommen waren, haben wir erstmal ein Café okkupiert.
Draußen regnete es und die Bäume bogen sich wegen des Windes.
Alles in Allem nicht so gemütlich und deshalb sind wir gleich
mit einem Minibus über die Grenze nach Los Antigos weiter
gefahren. Dort sollte es einen tollen
Zeltplatz mit Seeblick und Feuerstellen in Stadtnähe geben. Hier
könnte man sich vielleicht ein, zwei tage von der Fahrerei
ausruhen. Der Zeltplatz war dann ca. 3km vom Zentrum entfernt
(also 45 Minuten zu laufen), staubig und ohne Seeblick. Als
dann noch gegen 23 Uhr eine argentinische Großfamilie einrückte,
war die „Freude“ komplett und wir entschlossen uns am nächsten
Tag nach El Calafate weiter zufahren.
Die Route ging über die Ostküste (!) da die direkte Verbindung
nach Süden (RN 40) zu unserem Wunschtermin nicht zu bekommen
war. Die Fahrt dauerte 20 Stunden und so waren wir auch ziemlich
ausgeknautscht, als wir gegen 14 Uhr in El Calafate ankamen. Zu
großen Taten hatten wir alle keine Lust mehr, also haben wir uns
erst mal eine Bleibe gesucht. Die hier im Süden gerade
Hauptsaison ist, sind die Übernachtungspreise immens. Nach
einiger Sucherei entschieden wir uns für ein Hostal für 60
Peso
p.P. Abends hat sich Kati noch ein paar Wanderschuhe gekauft,
die alten haben trotz aller Kleberei endgültig den Geist
aufgegeben.
Heute sind wir mit dem Bus in den Nationalpark gefahren und
haben uns einen Zeltplatz ca. 8km vom Perito Moreno Gletscher
genommen. Wir sitzen fast am Wasser und haben Blick auf dem
Gletscher. Gleich geht die Sonne unter und wir werden ein
Feuerchen machen. Es ist immer noch 20 Grad und es jetzt gibt es
was zu essen. Schöner kann es bald nicht werden.




unser Camp Ein Wort zu den Menschen: die hier sind auf alle Fälle anders.
In Chile war es eher maulfaule Unfreundlichkeit und hier im
Süden Argentiniens scheinen sie noch durcheinanderer zu sein.
Die Trude vom Nationalparkbüro Los Glaciares in El Calafate
(schön mit Rangeruniform) sagte zum Beispiel, dass wir täglich
30 Peso pro Person zu zahlen hätten. Demzufolge haben wir unsere
Aufenthalt im Nationalpark von drei auf zwei Tage gekürzt und
den Anschlussbus nach Puerto Madryn so gebucht. Letztendlich
stellte sich heraus, dass man nur einmal zu zahlen braucht und
dann so lange bleiben kann wie man will. Aber da waren wir schon
Park. Blöd, blöd, blöd. Ebenso die Trulla vom heutigen Hostal,
welches wirklich süß war. Martin und ich fragten am Vortag extra
nach der Auscheckzeit: 12.30 Uhr sollte es sein. Und heute beim
Frühstück gegen 10 Uhr fragte eine andere, wann wir denn gehen.
Die Zeit wäre 10.30 Uhr! So ein Blödsinn. Da fragt man sich und
ärgern tuts auch noch. Zum Schluss verstehen sie dann plötzlich
nicht mehr was man sagt, obwohl man sie dich eine halbe Stunde
lang zugetextet haben. Eigentlich wollte man nur ein Ja oder
Nein erfahren. Nun ja letztendlich sind wir 10.45 Uhr aus dem
Hostal raus und durften bis zu unserer Weiterfahrt unsere
Rucksäcke im Foyer stehen lassen. Auch was.
Und außerdem wurde uns auf der Fahrt nach El Calafate unser
Tagesrucksack gemaust. Muss irgendwann in der Nacht passiert
sein, als alle schliefen und irgendwo ein Zwischenstopp gemacht
wurde. Eingebüßt wurden zuzüglich eine Schachtel Zigaretten, ein
selbst geschmiertes Käse-Gurken-Brötchen und ein Halstuch. Nun
haben wir einen neuen Rucksack in rot, nicht so knautschbar wie
der Alte, dafür für 78 Peso. Auch was.
email:
31. Januar 2005 - El Calafate
Schöne Grüsse aus dem Süden Argentiniens, mittlerweile sind wir in
El Calafate angekommen (20 Stunden Busfahrt sind kein Spaß! und
unser Tagesrucksack ist nun auch weg, aber nichts wichtiges drin
nur Zigaretten, ein selbst geschmiertes Brötchen und ein
Halstuch) und fahren heute mit dem Bus (was sonst) in den
Nationalpark Los Glaciares. Dort werden wir zwei Tage bleiben
und uns den einzigen noch wachsenden Gletscher der Welt
anschauen. Na mal sehen ob das schön ist, weil billig wäre etwas
anderes. Die Preise für Bus, Essen, Unterkunft und Eintritt in
den Park sind hier schon ordentlich. Da waren wir bisher anderes
gewöhnt. Dann geht es weiter in den Nordenosten, erst mal nach
Puerto Madryn (Halbinsel Valdes) und dort mieten wir sicherlich
ein Auto, um alle Tierchen (Pinguine, Wale, Seelöwen und -wale)
anschauen zu können. Von dort werden wir versuchen zusammen nach
Mendoza zu kommen und dann werden sich unweigerlich unsere Wege
trennen, da die Zeit für Ina und Schöli nun schon langsam knapp
wird. Tja und was danach kommt wissen wir noch nicht: Ideen und
Ziele gibt zur Genüge. Und was soll ich sagen: ich werd euch auf
dem Laufenden halten.
Lasst es euch gut gehen - wir tun es auf jeden Fall.
Liebe Grüsse Kati
01.02.05 Nationalpark Los Glaciares
Eigentlich hatten wir gestern auch beim Feuerchen überlegt etwa
eher als sonst aufzustehen, damit unser Marsch zum Gletscher
nicht in der Dunkelheit endet. Aber alle Kinder haben schön
ausgeschlafen, gefrühstückt und dann ging es gegen 13 Uhr los.
Das Wetter spielte mit: es war etwas bewölkt und nicht zu warm.
Dafür hatten wir etwas Sorge wegen meiner Füße bzw. neuer
Schuhe. Sie reiben nämlich in der Hacke etwas. Bis zum See "Lago
Argentino" waren es 7km und bis zum Gletscher noch mal 3km.
Einen ersten Eindruck/ Blick hatten wir ja schon vom Zeltplatz
erhalten. Aber je näher man an den Gletscher kommt, desto
imposanter, beeindruckender und schöner wird er. Ständig knackt
und knirscht es, dann folgt ein Donnergrollen und ca. zwei
Minuten vorher hatte sich ein Eisbrocken gelöst und ist ins
Wasser gefallen. Erstaunlich fand ich die Farbe, in den
Eisspalten waren verschiedenste Blautöne zu sehen, von hell-
über schlupfen- bis ins dunkelblau. Also spektakulär, dafür kann
man wirklich 30 Peso Eintritt in den Nationalpark bezahlen. Einen
Freund von Martin I. hat uns auch noch gefunden, der lebt zur
Zeit in Santiago. Er kam auf uns zu und fragte: "Bist du Martin
?" Lustig.
Nach zwei Stunden am Gletscher traten wir unseren Rückzug an, es
nieselte ab und zu und auf den letzen 3km wurden dann doch allen
langsam die Beine schwer, die Knie stachen abwechselnd und mir
taten die Füße höllisch weh. Man läuft ja auch neue Schuhe mit
einem 20km-Marsch ein. :o)
Abends wurde es windiger und regnerischer. Aber es war
auszuhalten, die Nudeln mit Tomatensoße hatten wir verdient und
schmecken lassen. Ein kleines Feuerchen, postpositionierende
Gespräche und eine Flasche Wein machten, dass Kati gegen 1 Uhr
ganz schnell ins Bett musste.








 06.02.05 Valdes
Für die Fahrt von El Calafate nach Puerto Madryn haben wir uns
dieses Mal einen "coche cama" (1. Klasse) Platz im Bus gebucht.
Beinfreiheit war mehr als genug und so haben wir die 24 Stunden
Busfahrt auch ziemlich entspannt überlebt. Wir sind gegen 19 Uhr
in Puerto Madryn angekommen, haben uns ein Hotel genommen und
sind erstmal ordentlich essen gegangen (leckeres Rindfleisch und
Salat ... hmmm). Am nächsten Tag haben Ina und Schöli die
Weiterfahrt nach Mendoza und wir ein Mietauto für die
Valdes-Rundfahrt gebucht (2 Tage incl. 800km ca. 80
Peso). Abends
haben wir uns noch mit einer Flasche Wein und einem Bier an den
Strand gesetzt und ein bisschen in die Sterne geguckt, als
gegen 23.30 Uhr zwei Polizisten auf uns zukamen. Sie erklärten
uns, dass Alkohol um dise Tageszeit in der Öffentlichkeit
verboten ist. Das bedeutete, dass der Wein im Rucksack verstaut
und das volle Bier ausgegossen werden musste. So ein Ärger. Na
ja andere Länder ...
Nachdem wir am folgenden Tag unser Auto abgeholt, wir mit
einiger Mühe unsere vier Rucksäcke, Verpflegung für einen Nacht
und uns in das Auto gezwängt haben, begann unser Ausflug auf die
Halbinsel Valdes.

einpacken

der Fahrer und sein Copilot Hier gibt es ringsum verschiedene Reservater, an denen man
Pinguine, Seelöwen und Seeelefanten beobachten kann. Nandus,
Lamas, Guanacos, Schafe und Pferde laufen hier kreuz und quer
frei in der Gegend rum. Leider sind wir zur falschen Jahreszeit
hier, denn von März bis Dezember sollen hier auch Wale
rumschwimmen. Aber wenn wir Glück haben, sehen wir Orkas, was
auch nicht schlecht wäre. Nachdem wir uns eine
Seeelefantenkolonie angesehen haben, ist fast die Nacht über uns
herein gebrochen. Da der nächste offizielle Zeltplatz (Punta
Pyramides) strategisch ungünstig liegt und auch zu weit weg ist,
legen wir und in eine kleine Senke direkt neben der
Schotterstraße. Es ist total ruhig hier und wir haben einen
wunderbaren Sternenhimmel von recht nach link und vorn nach
hinten = ringsum, vielen Sternschnuppen und einem betrunkenem
Ufo-Piloten.
Jetzt sitzen wir am Punta Norte an einer Seelöwenkolonie und
warten auf die Orkas, die hier wohl bald zum Abendbrot
erscheinen sollen. Na mal sehen. Auf jeden Fall ist es total
cool und interessant und das für 35 Peso p.P. Man sitz fast
direkt vor so einem Riesenvieh und kann stundenlang beobachten.
Die Pinguine waren fast zum Greifen nah. Kati ist ein bisserl
wie beeindruckt.

hier im Nationalpark werden die Boote mit einem
Traktor aus dem Wasser gezogen

Lamas

Seeelefanten



ein neugieriges Gürteltier

und noch eins


Seelöwen-Kolonie

warten auf die Orkas

der Morgen danach (früh 7.30), hinter unserem
Sandhügel

auf dem Weg in die Stadt Puerto Madryn


ohne Kommentar :-)
email:
08. Februar 2005 - Grüsse aus Puerto Madryn
Momentan sitzen wir gerade im "Havanna", trinken den leckersten
Kaffee, essen Tostados (überdimensionales warmes Toastbrot mit
Käse und Schinken gefüllt) und schlagen die Zeit tot. Weil wir
... ja genau ... auf unseren Bus nach Mendoza warten. Es
erwarten uns wieder 20 Stunden Fahrt, aber diesmal wieder First
Class, d.h. ordentliche Beinfreiheit, Sitz fast in waagerechte
Position verstellbar, Filmchen zum Abend und evtl. sogar Essen
(das müssen wir aber noch nachfragen). In El Calfate war es zwar
teuer, aber auch schön. Das heißt der Nationalpark Los Glaciares
war es. Ist kaum vorstellbar so ein Riesengletscher und dann
steht man kaum 10 Meter davor, hört es ständig knacken und
krachen und knallen, wenn ein Eisblock in den See stürzt.
Beeindruckend ist eine milde Formulierung. Von dort sind wir
nach Puerto Madryn, haben uns hier ein Auto gemietet (die
technischen Details wird Martin vermelden...) und sind zur
Halbinsel Valdes. Dort gab's ordentlich wildlife zu sehen. Beim
Fahren über Schotterpiste musste man schon aufpassen, keine
Schafe, Nandus oder Guanacos umzufahren. An unterschiedlichen
Stränden konnten wir dann aus nächster Nähe Pinguine,
Seeelefanten (die sind noch fauler als Faultiere) und Seelöwen
beobachten. Die sind den ganzen Tag damit beschäftigt,
rumzurennen, sich gegenseitig zu rufen (brüllen, grunzen,
schnaufen, schniefen und fiepen), im Wasser zu planschen und die
Bullen kempeln ab und zu. Nicht schlecht. Bei den Seelöwen
verbrachten wir mehrere Stunden, weil dort die Stelle ist, an
der auch mal Wale vorbei schwimmen. Leider tun sie dies nur im
Frühjahr zur Paarungszeit und die geht nur bis Mitte Januar.
Aber es bestand noch Chance auf Orkas. Sie sollen dort eine
einzigartige Fangweise haben, wie es auf der Welt nur noch an
einer anderen Insel beobachtet wurde. Dazu sammeln sich ca. 10
Orkas, kreisen eine Seelöwenkolonie ein und schnappen sich die
Tiere am Strand. Dieses "Mordsspektakel" war uns nicht vergönnt,
aber wir haben drei Orkas mit bloßem Auge gesichtet, die ihre
Kreise um die Kolonie zogen. Wahrscheinlich hatten sie an dem
Tag keine Jagdfreigabe :o) Die Nacht haben wir illegalerweise
nicht auf dem einzigen Zeltplatz der Insel verbracht sondern am
Straßenrand hinter einem Sandhügel. Das Auto schön an den Rand
gefahren, damit uns von der Strasse aus keiner sieht, die Plane
ausgebreitet und die Schlafsäcke darauf verteilt, Nudeln mit
Tomatensoße gekocht, Bierchen und Wein dazu und die
Sternschnuppen gezählt. Eine unendliche Stille und Millionen
Sterne! Unglaublich schön. In Mendoza werden wir ein paar Tage
Systemcheck betreiben, was heißt: Sachen waschen, schön mit Ralf
und Henni asadieren, zum Friseur gehen, einkaufen (Mädels: hier
gibt's Klamotten zu Preisen, da tränt das Auge, ach Quatsch alle
beide!), Rucksäcke auf Vordermann bringen, uns langsam von
Schöli und Ina verabschieden, dann vielleicht noch drei Tage am
Aconcagua rumtrecken und dann Richtung Norden. Ihr werdet ja
sehen :o)
Liebe Grüsse
Martin + Kati
09.02.05 Bus nach Mendoza
Momentan sitzen wir seit fast 20 Stunden im Bus nach Mendoza,
stehen kurz vor dem Lager- oder Buskoller, Martin hält seit 20
Minuten einen Plastebecher mit Kaffeepulver in der Hand und
wartet auf heißes Wasser. Der Lautsprecher vom Mikro ist immer
noch an und knurrt vor sich her, weil während eines Films auch
noch Bingo gespielt werden musste. Aber dafür sind die Pausen
immer nur eine Minute laut Ansage vom Fahrer. Von wegen: da wird
erstmal das halbe Gepäck aus dem Bus ausgeladen und dann wieder
eingeladen. Na es dauert ja wahrscheinlich nicht mehr lange und
dann stehen uns sicher wieder ein paar schöne Tage in Mendoza
bevor.
Autoabgabe bei Avis hat übrigens reibungslos funktioniert, mit
Strandliegen in Puerto Madryn war nix mehr weil sich Sonne,
Wolken und Regen abgewechselt haben. War trotzdem schön. Nicht
zu vergessen das sehr gute Lomo, die leckere Pizza, das
Rieseneis, die Ohrringe für 4 Peso und das schöne Café "Havanna"
mit richtig guten Kaffee, ach und der Riesen-Milch-Shake (ca. 2
Liter).

das kleine Eis und zwei Milchshakes email:
15. Februar 2005 - Grüsse aus Mendoza
Nach unserer 20-Stunden-Busreise von Puerto Madryn sind wir
gut wieder in Mendoza bei Ralf und Henni gelandet. Unterdessen
sind auch Anna und Albi wieder hier (Freunde der Beiden), die
unsere kleine "Reisegruppe" auf 8 wachsen lässt. Und mit acht
verrückten Leuten lässt sich allerhand Quatsch machen.
Aber eins nach dem anderen. Am ersten Abend gab's natürlich erst mal ein kleines
Asado und recht müde sind wir alsbald ins bekannte Bettchen
gepurzelt. Am nächsten Tag, nachdem wir lange und ausgiebig
geschlafen und gefrühstückt haben, wurde die Stadt unsicher
gemacht. Die Jungs sind zum Gonza ins Internetcafe zocken und
Ina und ich waren shoppen, Kaffee trinken und beim Friseur. Der
Abend wurde bei Empanadas und Wein beschlossen. Am Tag darauf
war ACTION angesagt. Wir waren raften. Der Bus startete 8 Uhr
(für unsere Verhältnisse unmenschlich früh), dann ging es 1,5
Stunden
in Richtung Anden. Dort
bekamen wir einen Informationszettel mit Punkten wie:
Hilfestellung beim Bootstransport, keinen Müll in der Gegend rumwerfen und wenn man bei Tour tot geht, kann man keine
Ansprüche stellen. Nuja wir haben brav unterschrieben und uns
dann die Theorie der Rafterei in spanisch erklären lassen. Alle
die Schwimmwesten an, nen Helm auf und ab im Bus zur
Ablegestelle. Dort war erstmal die Verwunderung groß: der Fluss
war breit, schnell, voller Stromschnellen und braun-schlammig
wie cafe con leche (Milchkaffee). Die zweite Verwunderung incl.
leichter Verärgerung war, dass wir bei brütender Hitze ohne
etwas zu trinken ca. eine halbe Stunde auf irgendwas warten
mussten. Ich hatte dann schon keine Lust mehr. Aber dann ging es
los. Einen englischsprachigen Guide und noch zwei Australier mit
ins Boot, noch mal eine Einweisung in die Kommandos und
Rettungsanweisungen falls einer aus dem Boot fällt (huch?!),
kleine Trockenübung mit Vollspritzen (bis dahin hatte sich die
Illusion dass man vielleicht doch nicht so nass wird gehalten)
und dann ging's los. Erst leicht und sanft, dann einige kleine
Wellen und Spritzer, rückwärts fahren und wieder dahin gleiten.
Schoen. Dann wieder einige Stellen mit rudern und etwas größeren
Wellen und nass werden. Dann wieder dahin gleiten, in der
Weltgeschichte rumgucken und vorbereiten auf die nächste
anspruchsvollere Stelle. Rudern, paddeln, Wasser schlucken,
Krater taten sich vor dem Boot auf, kein Wasser unterm Paddeln,
weil man so steil stand, dann einen Schlag und eine Welle und
Kati war im Wasser. Noch war ich am Boot konnte mich aber nicht
festhalten, weil an der Stelle des Bootes von außen keine Leine
war, eine Welle kam und weg war ich. Orientieren (wo ist vorne
und hinten), Paddel festhalten, Beine nach oben (wegen der
Steine) und versuchen sich in Fliessrichtung zu drehen - wieder
eine Welle, ab unters Wasser, schluck Luft schnapp, wieder hoch
- wo ist das Boot? Ach da, Paddel hochgerissen, Martin konnte es
greifen und dann lag ich wie ein kleines Walross quer im Boot.
Uff. Letztendlich war alles nicht schlimm, zwei blaue Flecken
und etwas Atemnot - und hinterher die große Lacherei. Aber unser
Boot war gar nicht so schlimm. Eins hatte die Omi verloren (die
war bestimmt dreimal so schwer wie ich) und ein Kapitän hatte
seine komplette Mannschaft an derselben Stelle verloren! Auf
alle Fälle war es total Klasse und lustig und wir waren froh,
dass wir uns doch für das frühe Aufstehen entschieden hatten.
Am
Abend gab's dann ein Riesen-Asado mit zwei ganzen Hühnern aufm
Grill, ganz viel Fleisch und Würste und Salat. Und alles lecker.
Die Jungs sind dann auch schon gegen acht Uhr morgens ins Bett!
Es war wohl schon hell (kein Wunder bei der Uhrzeit). Heute
Mittag haben wir dann Ina und Schöli zum Bus nach Hause
geschafft und verabschiedet und uns ein Drei-Tage-Permit für
eine Treckingtour am Aconcagua gekauft. Morgen schaffen wir dann
Ralf, Henni, Anna und Albi zum Bus nach Iguazu und wir starten
unseren Treck übermorgen früh.
Und wie es danach weitergeht wissen wir wie üblich nicht.
Einen Teil unserer Sachen können wir erstmal hier lassen und uns
dann noch ein zwei Nächte in Mendoza nach unserer "Besteigung"
ausruhen. Bis dahin bleibt schön gesund und lieb. Wir
melden uns und werden vom Berg der Berge berichten.
Liebe Grüsse
Martin + Kati 
im Mendo-Zoo waren wir auch

das ist Hennis Lieblingstier

Verabschiedungskommando für Ina und Schöli

"unser" Café

Mendoza
email:
21. Februar 2005 - Zurück vom Aconcagua
Ein Herzlichen Hola ketal + Kommanderbjen an die vier
Verrückten :o) und an alle Anderen natürlich auch.
Für die, die (wie ich vorher) nichts damit anzufangen
wissen: der Aconcagua ist der höchste Berg Amerikas (knappe 7 km
hoch) und Trekking bedeutet, dass man den ganzen Tag mit seinem
Hausrat auf dem Rücken Berge hoch und runter läuft.
Wir haben uns vorher schon ein bisschen Gedanken gemacht, ob
das nicht eine Nummer zu groß für uns ist (wegen der Höhe und
mangelhafter Ausrüstung und überhaupt) aber dann beschlossen,
dass wir es einfach vorsichtig probieren werden. Noch schnell
ein paar Handschuhe gekauft (es waren Tagestemperaturen von 6 -
12 ºC angesagt) und dann in den Bus gestiegen, der uns direkt
bis an den Aconcagua-Nationalpark nach Punte del
Inca gefahren hat.
Dort sind wir bei 2600 m ausgestiegen und das Laufen viel
auf einmal ganz schön schwer. Wir haben erst mal unser Zelt
neben einer Muli-Vermiet-Station aufgebaut, etwas gegessen und
sind dann ganz vorsichtig durch die Gegend gelaufen (wegen
Akklimatisierung und so ...!). Viel ganz schön schwer und das
schon ohne Rucksack. Die Nacht haben wir ziemlich gut
überstanden, von leichter Schlaflosigkeit abgesehen.


Punte del Inca

Ausblick vom Zelt Am nächsten Tag sind wir dann in Richtung des Basislagers
aufgebrochen. Vor uns lagen ca. 15 km und 800 Höhenmeter. Das
klingt erst mal so: na ja. Aber zum Ende betrug die Schrittweite
nur noch ca. 5 cm und Martin hatte 120 Puls. Durch die dünne
Luft kam man einfach nicht besser voran. Verdammt anstrengend
gute 25 kg für Martin und 17 kg für Kati Rucksack in der Höhe zu
bewegen. Die erfahrenen Bergwanderer oder Hunsrückisten mögen
vielleicht schmunzeln, aber es war eben unsere erste
Trekking-Tour. Nach 10 Stunden Wanderung sind wir im Basislager
auf 3400m angekommen. "Schnell" das Zelt aufgebaut, noch eine
Suppe gekocht und dann gegen 22.00 vor Kälte (ca. 0º C) ins Zelt
in den Schlafsack gekrochen. In der Nacht gab es wieder relativ
wenig Schlaf. Zum einen sicher auf Grund der Höhe und zum
anderen auf Grund der Kälte. Es war aber trotzdem auszuhalten.

auf gehts

an der Rangerstation

Laguna Horcones

auf 3000 Meter


Mulikarawane




Wir sind endlich da!

das Camp Am nächsten Tag wollten wir einen Ausflug in ein Höhenlager
des Berges machen (4300 m). Das Zelt blieb im Basislager und so
sind wir recht unbeschwert mit 6 Liter Wasser und etwas zu Essen
losgestiefelt. Anfangs war alles schick. Die Sonne schien und es
gab jede Menge schöne Landschaft. Wir kamen zwar recht langsam
aber stetig voran. Immer sämtliche angelesenen Symptome der
Höhenkrankheit im Kopf, haben wir ziemlich hypochondermässig in
uns reingehorcht ob: einem schwindlig wird, der Puls in Richtung
Drehzahlbegrenzer geht, man etwa brechen muss und und und. Bei
ca. 3700 m war bei mir aber auf einmal Schluss. Mir war
schwindelig und der Puls war bei ca. 140 und ging auch bei Ruhe
nicht runter. Das bedeutete Umkehren. Martin wollte
aber noch die nächste "Sehenswürdigkeit" - einen abschmelzenden
Gletscher - sehen. Wir haben uns einen Zeitpunkt ausgemacht, an
dem er zurück sein sollte und ist dann alleine weitergegangen.



Martins Bericht: Die Vegetation war längst vorbei und ich
bin mit recht guter Verfassung noch bis ca. 3900 m
weitergegangen. Ich muss mal sagen, das war schon ziemlich scheen, so inmitten von Geröll an einem tropfendem Eishaufen zu
stehen. Weit und breit kein Mensch - nur Mondlandschaft. Schnell
ein paar Zielfotos gemacht (die Ziel-Zigarette habe ich mir
verkniffen) und zur wartenden Kati zurück. Nachdem ich kurz
berichtet habe, sind wir dann wieder abgestiegen (man, wie toll
das klingt) und siehe da, bei 3500m waren Katis Probleme weg.
Als wir dann gegen 17.00 wieder das Basislager erreicht haben,
habe ich uns für teuer Geld eine Cola und ein kleines Bier
gekauft und wir haben den ganzen verrückten Bergsteigern bei
ihrem Treiben zugesehen. Da waren schon ein ganz paar
abenteuerliche Gestalten dabei (wie immer auch ein paar
Durchläufer/ Heißdüsen). Es gab auf jeden Fall viel zu sehen.
 In dieser Nacht haben wir bedeutend besser geschlafen.
Vielleicht haben wir uns schon an die Höhe gewöhnt, vielleicht
waren wir auch bloß müde. Am nächsten Tag sind wir in
sagenhaften 4 Stunden wieder zur "Bushaltestelle" zurück
gelaufen (bei solchen Bergwanderungen gibt es eine
unwahrscheinliche Hysterese). Wir haben schnell die Bustickets
gekauft und noch ein paar Stunden in einer windigen Kneipe
gewartet.

Abstieg

Päuschen


auf der Straße nach Punte del Inca Nachdem wir wieder in Mendoza eingetroffen sind, ein Zimmer
bei Maria bezogen und uns den Staub vom Aconcagua abgeduscht
haben, sind wir in eine Kneipe (die mittlerweile Haus-und-Hof-Schnitzelschänke, Don Pedro, für die Insider ;-) )
gegangen. Die Eindrücke mussten erst mal verarbeitet werden.
In den nächsten Tagen werden wir eine kleine Chile-Rundreise
machen, um dann pünktlich zum Geburtstag eines Freundes (ja,
Ralf, freu dich schon mal) wieder in Mendoza zu sein.
Das war's erst mal. Bis bald Martin und Kati

wieder in Mendoza

mit Haus- und Hofhund Rocky oder Schocki oder
...?
email:
28. Februar 2005 - Unsere Autoreise mit Grenzübertritt
Wir sind zurück von unserer abenteuerlichen Auto-Reise von
Argentinien nach Chile und wieder zurück.
Am Mittwoch früh hat Martin das am Tag vorher gebuchte Auto
von der Verleihstation abgeholt, dann haben wir gefrühstückt,
den Gol mit unseren Rucksäcken beladen und sind gegen 14 Uhr
los. Über die autobahnähnliche Strasse von Mendoza in Richtung
Uspallata (die Strecke kannten wir ja schon vom Rafting und vom
Aconcagua-NP), wieder an Puente del Inca vorbei und dann
befuhren wir Neuland. Die Grenzformalitäten auf beiden Seiten
hatten sich schnell erledigt. Es gab zwar Fragen, aber da wir
nicht viel verstanden, hatten die sich dann auch von selbst
erübrigt. Auf chilenischer Seite des Passes (hatte ich bereits
erwähnt, dass wir über einen Pass müssen?) schraubte sich die
Strasse in 49 Kurven, die auch wirklich nummeriert waren, wieder
nach unten. Ohne Servolenkung hatte Martin ordentlich zu rudern,
aber es lief ganz gut. In einer Linkskurve kam uns ein
engagierter Fahrer entgegen, der leider beim letzten Tankstopp
vergessen hatte, seinen Tankdeckel wieder zu zuschrauben.
Demzufolge hinterließ er in der Kurve eine ordentliche
Benzinspur. Hätten wir in dem Moment die Zigaretten aus dem
Fenster geworfen (was wir aus umweltschutztechnischen Gründen
sowieso nie tun), dann hätte es sicherlich drei Kurven weiter
eine kleine Explosion gegeben. Recht bald nach dem Pass wurde die Landschaft grüner und
recht idyllisch. Wir wollten bis an den Pazifik (noch mal
abgrüßen), dort ein Hostal nehmen und abends schön Fisch essen.
Letztendlich zog sich die Fahrerei doch etwas länger hin als
gedacht und so kam langsam aber sicher die Nacht über uns - und
unser anvisiertes Zielörtchen war noch etwas entfernt. Also
kurzerhand die nächste Abfahrt runter, ins klitzekleine
Stranddörfchen rein und Lage gecheckt. Einen Campingplatz gab's
am Strand (nix dolles aber ok) und ne Kneipe sollte es auch
geben. Schnell das Zelt aufgebaut und los. Am Strand hatten
einige Händler ihre Buden aufgebaut und selbst nach 22 Uhr war
hier noch einiges los. Auf dem Weg zum Restaurant saßen vier
junge Typen an der Ecke und quatschen uns erstmal an. Das
übliche woher, wohin usw. Dann fragte der Eine, ob wir was zu
rauchen hätten und dann ob wir ihm nicht Geld fürn Bier geben
könnten. Nee warum, wir haben auch kein Geld. Naja nicht sehr
nett. Der weitere Weg zeigte sich als dunkle Strasse und wir
hatten keine Taschenlampen mit. Uns war's nicht ganz geheuer
zumute und so sind wir wieder zum Strand zurück, haben uns an
einer Bude Pommes und gegrillten Fisch zum mitnehmen bestellt
und sind während der Wartezeit an die nächste Bude, um noch
etwas zu trinken zu kaufen. Die Frau erkannte uns wieder und
ermahnte uns, auf dem Zeltplatz das Auto ordentlich
abzuschließen und auf unsere Sachen aufzupassen, weil sich da
wohl ein paar Mausediebe rumtreiben. Hmm, das machte die Sache
gleich viel symphatischer. Naja wir unseren Fisch abgeholt und
zum Zelt zurück (es war noch alles da, warum auch nicht). Der
Fisch war nicht die Wucht in Tüten, über den Rest freuten sich
die ortsansässigen Hunde. Dann kam der Typ von der Ecke wieder
und quatschte Martin voll - wie wir heißen und wo wir hinwollen.
Und dann wieder die Frage nach Geld. Martin fragte ihn, warum er
denkt dass wir Geld haben und er: ich hab euch beobachtet, als
ihr Wein und Bier gekauft habt, du hast dein Geld in der
Seitentasche deiner Hose. Du kannst mir ruhig was geben. Wir
wollten das natürlich nicht, warum auch, der Typ war besser
gekleidet als wir und machte keinen ärmlichen Eindruck. Ende vom
Lied, dass er uns angedroht hat in der Nacht wiederzukommen und
das Zelt einzuschlagen. Dann kam noch die Frage, ob wir
verheiratet wären. Ich hatte überhaupt keine Lust mehr dem Vogel
irgendwas zu erzählen, also hab ich ja gesagt. Und dann hab ich
nur noch verstanden: gut, Frau, bezahlen. So damit war der Abend
gelaufen. Die Gedanken kreisten hin und her: was machen wir,
bleiben wir hier oder fahren wir weiter, nur wohin, kommt der
Typ wirklich mit seinen Kumpels und haut uns in der Nacht die
Rüben ein, demoliert das gemietete Auto oder war's nur eine üble
Labertüte? Nachdem wir uns entschieden hatten zu bleiben, unsere
zur Verfügung stehenden Kampftechniken durchgegangen sind und
noch einen Wein getrunken hatten, beschlossen wir, dass eh alles
so kommt wie es kommen soll. Mit dieser Weisheit sind wir ins
Bett (nicht ohne vorher die Messer und das Pfefferspray in
Reichweite zu legen) und schliefen den Schlaf der Gerechten. Am
nächsten Morgen wachten wir auf ... und ... wir waren heil, das
Zelt unverletzt und das Auto auch. Also alles in Ordnung! Mit
dieser Aktion wurde leider unser Bild von Chilenen nicht besser.
Schade, aber wir waren froh, dass alles unglimpflich ausgegangen
ist.

DER Zeltplatz Nach einem entspannten Frühstück fuhren wir weiter in
Richtung Nordenosten, nach Vicuna ins Tal des Pisco Elqui. Für
alle Nichtauskenner: Pisco ist ein Schnaps, der aus Trauben, die
nur in diesem Tal wachsen und sehr süß sind, gebrannt. Man kann
ihn pur, mit Cola oder als Pisco Sour trinken (Pisco,
Zitronensaft, Zucker und Eischnee = total lecker). Und Pisco ist
das Nationalgetränk der Chilenen. Wir fuhren parallel zu einem
Flüsschen und es wurde wieder merklich grüner. Vicuna (8000
Einwohner) ist ein kleines, schönes Städtchen. Im Reiseführer
(danke Schöli) hatte ich mir schon eine Hospedaje ausgesucht.
Und die war wirklich niedlich. Im Hinterhof, der sich als grüner
Obstgarten herausstellte, gab es Hängematten zwischen den
Bäumen, ein kleines Bächlein und Früchte, die wir nicht kannten
(außer Äpfel, Weintrauben, Erdbeeren, Pfirsiche und etwas
birnenähnliches). Die Krönung waren die Granatapfel- und
Avocadobäume, von denen wir natürlich kosten durften. Also alles
in allem eine optische, geschmackliche und seelische Wohltat
nach dem gestrigen Abend. Abends gab's in der Kneipe
Riesenempanadas und eine große Gemüseplatte und auf dem
Dorfplatz Keulenjongliererei zweier Jungs. Am Morgen wurden wir
mit einem Frühstück, bestehend aus Brötchen, Butter, Marmelade,
Kaffee, Käse und frischen Avocadoscheiben geweckt. Das scheint
nichts außergewöhnliches zu sein, aber dazu muss man wissen,
dass in Argentinien und Chile die Frühstückskultur nicht schwer
ausgeprägt ist. Meist gibt es nur Toast und Butter und in Chile
nur nen Nescafe dazu.



die Garten-Hospedaje

damit man immer weiß, wo es lang geht Wir machten uns langsam auf die "Heimreise" und die sollte
uns über einen der höchsten Pässe zwischen Chile und Argentinien
führen, 4765m. Wir schraubten uns recht gediegen die
Schotterstrasse hoch, die Vegetation wurde immer spärlicher, die
Berge immer spektakulärer und in der Ferne sahen wir dicke
Nebelwände. Diese stellten sich alsbald als kleines
Schneetreiben heraus. Draußen war ganz schön kalt, wir haben
einen kleinen Schneemann gebaut und dann aber wieder schnell ins
Auto rein und weiter. Zum Teil betrug die Sichtweite kaum mehr
als 10m, aber das war auch nicht ganz schlecht. So sah man
wenigstens rechts oder links die Abhänge nicht. Der Grenze von
Chile war ca. 70 km vor dem Pass und so fuhren wir eine ganze
Zeit lang durch Niemandsland. Irgendwann kamen wir dann auch vom
Pass wieder runter (das Auto und der Fahrer haben sich wacker
geschlagen) und zur argentinischen Grenze. Der Typ, hatte er
akute Höhenkrankheit oder was?, notierte sich unser
Autokennzeichen und erzählte uns, dass es dann irgendwo in der
nächsten Stadt den Einreisestempel geben soll. Das klang aber
alles so verworren (und sein Blick noch dazu), dass wir recht
gespannt waren, ob wir irgendwo wieder offiziell in Argentinien
einreisen dürfen. Letztendlich war alles überhaupt nicht
schwierig, wir fuhren einfach immer geradeaus (ging auch nicht
anders, die Strasse war einfach schnurgerade), kamen dann an
einen Schlagbaum mit Grenzern, dort gab's die Stempel und alles
war in Butter. Naja wir dachten uns, dass der Typ in Uniform
eben ein bisschen allein da so auf seinem Berg ist :o) und
deshalb so komische Sachen erzählt hat.

karge Gegend

hm ... dahinten ist Nebel

Wenn uns noch jemand entgegen kommt, kann es
nicht so schlimm sein.

Aber es kam schlimmer.

So kalt war es. Man beachte den Schneemann.

wieder imTal
 Abends kamen wir in San Jose de Jachal an und haben hinter
der Tankstelle auf dem Automobilclub-Zeltplatz gecampt und sind
am nächsten Tag wieder in Mendoza eingeritten. Die Freude von Henni und Ralf war groß, demzufolge lang
wurde abends geschnattert und am nächsten und übernächsten Tag
Ralfs Geburtstag bis in die Morgenstunden gefeiert. Und unsere
Muttis und Omis wären stolz auf uns gewesen: war haben am ersten
Abend nämlich ein deutsches Gericht selbst gekocht. Es gab
selbst gemachtes Rotkraut mit Kartoffeln UND! Rouladen. Und es
war sehr sehr lecker. Maria (die Vermieterin) sagte, dass sie
jetzt getrost mal nach Deutschland fahren kann, weil sie nun
weiß, dass das Essen dort auch schmeckt :o)

Geburtstagskind Ralf hat uns Kaffee gekocht Heute haben wir uns aber mal wirklich Gedanken über unsere
Weiterreise gemacht. Es geht morgen Abend weiter mit dem Bus (Andesmar,
Cama hihi) nach Salta in den Norden und dann melden wir uns
wieder. Wir könnten sicherlich noch ein paar Tage in Mendoza bei
Ralf und Henni bleiben (das ist sooo gemütlich hier und die
Nächte werden langsam erträglich kühler), aber man soll ja
bekanntlich gehen, wenn es am Schönsten ist. Tja und das werden
wir dann eben morgen tun.
Liebe Grüsse, friert nicht so sehr (wir tuns nicht hihi) und
bis bald. Anmerkungen des Fahrers über das gemietete Auto: es war ein
VW Gol (ohne F) made in Argentina - der Klassenprimus
hierzulande. Er fährt sich wie eine Mischung aus Golf 1 und 2
(so in Hinsicht auf Schaltung und Fahrwerk), hat ein hübsches
Erscheinungsbild und ist für unsere Maßstäbe miserabel
verarbeitet (einige Hebel und Gummiteile sind abgefallen, ein
Leben als Mietwagen ist aber bestimmt auch nicht einfach...).
Ein anderer Gol, welchen wir uns für Valdes gemietet hatten,
hatte bereits bei 13000km einen Radlagerschaden. Der 1,6 Liter
Motor (angeblich aus einem Audi, keine Ahnung wie viel PS, längs
eingebaut !?!) hat bei der leichten Karre (kaum Ausstattung:
keine Sicherheit (ABS, Airbag und co) und kein Komfort (nix
Servo oder Klimaanlage) für ordentlich Längsdynamik gesorgt. Das
beste war aber der Verbrauch: bei ziemlich großer Last sind
nicht mehr als 6 Liter durchgelaufen. Dazu gab's einen 60
Liter-Tank - das ist genau das Richtige für Südamerika. Alles in
allem ein scheener Wagen.
hasta luego Martin + Kati email: 06. März 2005 - Grüsse aus Salta
Ein fröhliches OLAKETALL, aus Salta (im Nordwesten von
Argentinien). Wir befinden uns jetzt mehr oder weniger auf der
Rückreise und schauen uns auf dem Weg nach Buenos Aires noch ein
bisschen den Norden an. Die Gegend rings um Salta ist
erstaunlich grün. Schöne Wiesen und Bäume und dazwischen kleine
Bergbäche. Hier kann man wirklich mal vorbeischauen. Die letzten
drei Nächte haben wir in einem Hostel geschlafen das
ausschließlich von Touristen (die nennen sich natürlich
Backpacker) besiedelt ist. Da trifft man schon die
erstaunlichsten Leute. Schweizer und Israelis sind lustig,
Briten und Norweger sind cool und Amis haben einen Schatten am
Helm. Das ist das Ergebnis unserer repräsentativen
Untersuchungen und es ergeben sich mehr oder weniger
interessante Gespräche. Heute Abend fahren wir weiter nach Resistencia, in der Nähe soll es einen schönen kleinen
Nationalpark geben wo man zelten kann (das tut mal wieder Not
und gut nach vie Tagen Stadt) und von dort aus nach Iguazu zu
den Wasserfällen. Bis zum nächsten Mal. Martin + Kati

Salta

alte Mission


Blick auf die Stadt
 email:
13. März 2005 - Grüsse aus Puerto Iguazu
Hola Leute! Wir sind mittlerweile
in Puerto Iguazu. Wir sind von Salta über Resistencia hier her
gefahren. Wir waren früh um 7 Uhr !!! in Resistencia und völlig
übermüdet und angenervt, weil wir nämlich im Bus Herr der Ringe
Teil 2 und 3! geschaut haben und demzufolge erst gegen 2.30 Uhr
zum schlummern kamen. Naja selber Schuld. Dann ging's mit einem
völlig runtergekommenen Colectivo nach Isla de Cerrito (ca. 50km
weg von hier) und dort war der Hund begraben, aber echt. In der
Saison sollen hier bis an die 8000 Angelfetischisten ihre Rute
ins Wasser halten. Die Isla liegt nämlich direkt am
Zusammenfluss vom Rio Parana und Rio Paraguay. Jetzt, nach der
Saison war keine Menschenseele mehr da, fast alle Kioskos und
Imbissbuden waren zu. Dafür gab's Ameisen und Mücken und Hitze,
das gibt's nicht. Nachdem wir uns den Tag langsam durch das
Dörfchen schleichend und viel Wasser trinkend vertrieben haben,
gab es dann abends einen kleinen Imbiss am Dorfkiosk. Das
lustige war, dass der Imbissbudenmann gleichzeitig der Trainer
des örtlichen Kinder-Tanzvereins ist, der gerade bei unserem
Eintreffen eine open-air Übungsstunde absolviert hat. Wir haben
uns eine großen Cola gekauft und dem Treiben zugesehen. Das war
mal wieder Südamerika: bei uns benötigt man bestimmt einen
Diplom-Tanzlehrer und eine Turnhalle. Hier macht der
Imbissbudenmann einfach kurz seinen Kiosk zu, die Kinder räumen
Tische und Stühle zur Seite, er rückt die Boxen vor die Tür und
los geht's.


im Hintergrund Rio Parana und Rio Paraguay
der eine ist braun und der andere blau Die Nacht haben wir wider Erwarten sehr gut
überstanden. Zum einen hat die Mückengage des Zelts ihren Dienst
getan und zum anderen ist es nach Sonnenuntergang auch etwas
kühler geworden. Fazit: ziemlich geile Gegend (ein 4 km breites
Flussdelta hab ich noch nie gesehen und wie sich der eine blaue
Fluss mit dem anderen schlammbraunen mischt war auch
interessant) aber das Klima ist für Mitteleuropäer nicht
angenehm ;-). Für uns wahrscheinlich ein kleiner Vorgeschmack
auf Iguazu.

Bus nach Resistencia

Resistencia ist die Stadt der Skulpturen. An
jeder Ecke steht eine und auch dieser Herr wurde
verewigt. Nach einer Nacht in Resistencia (keine erwähnenswerte Stadt,
ziemlich heruntergekommen aber manche Kneipen waren schön, was
angenehm war, dass man nicht ständig angebettelt wurde -
ausländische Touristen sind Mangelware hier) wollten wir um
23.53 Uhr (!!!!) nach Puerto Iguazu weiterfahren. Wir hatten
beim Mercedes der Busunternehmer (Andesmar) gebucht und deshalb
waren wir auch etwas angenervt, als wir 1.30 immer noch auf den
Bus gewartet haben. Zu guter Letzt kam die Karre dann gegen 2.00
Uhr und alles war schön, bis auf die sich lautstark
unterhaltenen Hintermänner. Das sind aber eindeutig die
Nachteile der Busreiserei. Zum einen fahren die Busse oft zu
unchristlichen Zeiten und dann kommen sie auch noch zu spät (fairerhalber
muss ich sagen, das kam sehr selten vor). Nach der Ankunft in Puerto Iguazu mussten wir uns erst mal
ausruhen und akklimatisieren (hier waren ca. 40 Grad und 99%
Luftfeuchtigkeit) und haben den ganzen Nachmittag geschlafen. Da
Martin auch noch ziemlich starken Durchfall hatte, konnten wir
auch am nächsten Tag noch nicht die Wasserfälle ansehen.
Für einen kleinen Abstecher zum Dreiländereck
hat es aber doch gereicht.

 Er hat
sich dann mit Kohletabletten den Darm verstopft (und das hat
geholfen!!!... vielleicht auch Placebo, wer weiß) und so konnten
wir am folgenden Tag zu den Wasserfällen fahren. Da kann man
eigentlich gar nicht viel zu sagen. Das muss man sich ansehen.
Die Naturgewalten, die hier wirken, sind unvorstellbar. Da kann
man nur still dasitzen und staunen. Vielleicht haben unsere
Bilder ja einen Eindruck einfangen können. Mal sehen. Der
Nationalpark war bis jetzt der am besten organisierte auf
unserer Reise. Der Einritt kostete genauso viel wie am Perito
Moreno Gletscher nur wurde einem hier viel mehr geboten, in
Hinblick auf die touristische Infrastruktur. Die Stadt Puerto Iguazu hat selbst nichts zu bieten. Sie dient bloß als
Ausgangspunkt für Besuche des Nationalparks.


















argentinische Reisegruppe


 Jetzt regnet es schon den ganzen Tag aber viel kälter ist es
deshalb auch noch nicht geworden. Na gut, man schwitzt nicht
mehr sinnlos beim Nichtstun. Für heute Nachmittag haben wir ein
Ticket nach Buenos Aires gebucht. Danach wollen wir noch einen
kurzen Abstecher nach Urugay machen und die letzten Urlaubstage
am Strand liegen. Mal sehen, ob das was wird. Wäre schon ein
schöner Abschied von hier. Na dann bis zum nächsten Mal. Martin + Kati
email: 08. April 2005 - Wir sind wieder zurück! Nach dem Aufenthalt an den Iguazu-Wasserfällen sind wir
zuerst mit dem Bus nach Buenos Aires und von dort am selben Tag
mit einer Fähre nach Uruguay (Montevideo) gefahren. Wir haben
uns ein Hotel gesucht und dort zwei Tage verbracht. Zu
Montevideo gibt es eigentlich nichts aufregendes zu berichten,
aber schönes. Die Stadt wirkt nicht wie eine Hauptstadt mit 1,3
Millionen Einwohnern. Es gibt relativ wenig Verkehr und nachts
sind die Straßen selbst im Zentrum sehr ruhig und wirken fast
schon verschlafen. Aber trotzdem ein schönes Städtchen. Das nächste Ziel in
Uruguay war eine kleine Stadt (La Paloma) am Meer. Dort gibt es
laut Reiseführer einen schicken Zeltplatz mit "excellent beach
access". Der Bustransfer nach La Paloma hat problemlos geklappt,
nur der Zeltplatz entsprach nicht so ganz unseren Vorstellungen.
Wir haben uns mal wieder über die unterschiedlichen
Vorstellungen von schönen Zeltplätzen gewundert, aber es gab
zumindest eine Art von beach access. Die Strände von Uruguay
wurden als fantastisch beschrieben und sie sind es auch. Die
ganze Atlantikküste soll einen breiten sauberen Strand haben und
zumindest in La Paloma ist es so. Da mittlerweile Nachsaison
ist, hatten wir den Strand incl. warmen Meer und schönen Wellen
fast für uns allein. Da waren ein paar Tage Strand liegen und
Baden angesagt. Leider haben wir mit der Sonne schon am zweiten
Tag übertrieben und zusätzlich gab es auch noch eine Erkältung.
Da wars dann, nichts mehr mit bräunen und baden und so.
So haben wir
einfach im Schatten neben unserem Zelt gelegen und gelesen. Mann
muss es nehmen wie es kommt und außerdem ist sowieso nicht alles
gute beisammen - kleine Lebensweisheiten gab es gleich noch mit
dazu ;-).

Blick aus unserem Hotelzimmer



Klein-Kati unterwegs in der Hauptstadt
Montevideo


so große Motten gibts da


Montevideo Das nächste und auch letzte Etappenziel war
Buenos Aires. Wir wollten uns eigentlich am Anfang der Reise mit
zwei Freunden (Kathrin und Jan) treffen, sind aber irgendwo in
Chile aneinander vorbeigefahren. Die beiden hatten uns kurz vor
unserer Fahrt nach Buenos Aires angeschrieben und nach einem
intensiven E-Mail hin- und hergeschreibe haben wir uns
tatsächlich getroffen. Das war natürlich ein Grund zum Feiern
und genau das haben wir 4 Abende hintereinander auch gemacht.
Stundenlang erzählt, diskutiert und den Barkeepern graue Haare
verpasst, weil wir nicht nach Hause gehen wollten. Von der Stadt
haben wir folglich nicht viel gesehen. Das war vielleicht auch
nicht so schlimm, denn das was wir zu Gesicht bekommen haben,
hat uns auch gereicht. Wir hatten ein Hostel (billiger als bei
den Iguazu-Wasserfällen) im Stadtteil San Telmo, welches zu den
besseren Stadtvierteln zählt. Trotzdem war es in den Straßen
dreckig, laut und nur einige Gebäude oder Parks waren von
erwähnenswerter Schönheit. Viele Gebäude wirkte einfach nur
runtergekommen. Nicht zu erwähnen brauch man vielleicht, dass es
in der Stadt an allen Ecken und Enden anders riecht, wenn nicht
gar stinkt. Schwere Umstellung, wenn man gerade vom Strand und
Meeresluft kommt. Trotzdem haben wir zum Abschluss der Reise
noch ein paar intensiv gelebte Tage gehabt. Nach Katis
Geburtstagsnacht haben wir uns von Kathrin und Jan verabschiedet
und dann haben uns Flugzeug und Bahn in 22 Stunden von Buenos
Aires nach Dresden überführt.
Und das war schon etwas komisch.

Frühstückscafé in San Telmo

Buenos Aires

letzte Etappe: ICE nach Dresden
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